Kredite

Eine Immobilienfinanzierung ist fast immer sehr umfangreich und kann mitunter aus verschiedenen Darlehen bestehen. Die tragende Säule bildet meistens das Annuitätendarlehen, auch wenn mit dem Tilgungsdarlehen und dem endfälligen Darlehen noch zwei weitere Alternativen zur Verfügung stehen. Darüber hinaus nutzen zahlreiche Kreditnehmer die Möglichkeit, auch einen Bausparvertrag und mitunter sogar ein KfW-Darlehen in die Finanzierung einzubinden. Gerade beim Bauspardarlehen ist es jedoch so, dass hier sehr vorausschauend geplant werden muss.

 

Bauspardarlehen kann nicht spontan aufgenommen werden

Eine der grundlegenden Eigenschaften des Annuitätendarlehens, des endfälligen Darlehens sowie des Tilgungsdarlehens besteht darin, dass die Aufnahme dieser Kredite auch spontan möglich ist. Haben Sie beispielsweise ein Haus gefunden, welches Sie gerne finanzieren möchten, so dauert es mitunter nur eine Woche, bis Ihre Bank Ihnen die gewünschte Darlehenssumme zur Verfügung stellen kann. Beim Bauspardarlehen ist dies hingegen nicht möglich, denn es sind zahlreiche Bedingungen an die Auszahlung diese speziellen Kredites gebunden.

So ist es beispielsweise notwendig, dass - je nach Tarif - mindestens 18 bis 24 Monate vorher ein Bausparvertrag abgeschlossen wurde. Beim Bausparen gibt es nämlich die sogenannte Anspardauer, die in aller Regel eben mindestens 1,5 bis 2 Jahre betragen muss. Zudem ist eine Zuteilungsreife des Bausparvertrages nur dann möglich, wenn zuvor 30 bis 50 Prozent (je nach Tarif) der Bausparsumme angespart wurden. Daher ist es normalerweise so, dass ein Bausparvertrag durchschnittlich mindestens vier bis fünf Jahre bestehen muss, bevor überhaupt an die Auszahlung des Bauspardarlehens zu denken ist.

 

Die Vorteile des Bauspardarlehens

Ein großer Vorteil besteht beim Bauspardarlehen darin, dass die Zinsen als sehr günstig bezeichnet werden können. Meistens ist der Zinssatz sogar noch geringer als beim herkömmlichen Bankdarlehen, obwohl Bauspardarlehen üblicherweise nur mit einer nachrangigen Grundschuld abgesichert werden. Der zweite Vorteil besteht darin, dass es für den Bausparer absolut kein Zinsrisiko gibt. Der für das Bauspardarlehen zu zahlende Zinssatz steht bereits bei Abschluss des Bausparvertrages fest und kann von der Bausparkasse nicht mehr geändert werden. Eine solche Kalkulationssicherheit gibt es beim herkömmlichen Immobilienkredit nur im Zuge der Zinsfestschreibung, die allerdings fast immer einen geringeren Zeitraum als die gesamte Laufzeit des Kredites einnimmt. Ein weiterer Vorteil besteht beim Bauspardarlehen in der großen Flexibilität, da Sondertilgungen normalerweise problemlos jederzeit möglich sind.

Zusammenfassend zeichnet sich das Bauspardarlehen also vor allem durch die folgenden Vorteile aus:

  • günstiger Zinssatz
  • Zinssicherheit bis zur vollständigen Tilgung
  • Sondertilgungen normalerweise jederzeit möglich

 

Die Nachteile des Bauspardarlehens

Das Bauspardarlehen kann sich allerdings nicht nur durch Vorteile auszeichnen, sondern Sie sollten auch einige bestehende Nachteile berücksichtigen. Ein Nachteil wurde zu Beginn bereits genannt, nämlich dass ein derartiges Darlehen der Bausparkasse nicht spontan aufgenommen werden kann. Somit ist eine lange Planungs- bzw. Vorlaufphase notwendig. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass die bei Abschluss des Bausparvertrages vereinbarte Tilgung des später ausgezahlten Bauspardarlehens meistens vergleichsweise hoch ausfällt. Anfängliche Tilgungen von ein oder zwei Prozent, wie sie beim Annuitätendarlehen der Fall sind, gibt es beim Bauspardarlehen meistens nicht. Daraus resultiert, dass die Rückzahlungsdauer des Bauspardarlehens vergleichsweise gering ist. Dies wiederum führt für den Bausparer und Kreditnehmer zu einer vergleichsweise hohen finanziellen Belastung. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Bauspartarifen, aber im direkten Vergleich mit dem Annuitätendarlehen ist die Tilgung beim Bauspardarlehen meistens (erheblich) höher.

 

Für wen sind Bauspardarlehen geeignet?

Die Grundvoraussetzung, damit ein Bauspardarlehen überhaupt die passende Finanzierung darstellen kann, ist ein nicht spontaner Kauf der Immobilie. Falls Sie den Erwerb oder Bau einer Immobilie zum Teil auch durch ein Bauspardarlehen finanzieren möchten, sollten Sie einige Jahre im Voraus planen. Dies bedeutet, dass Sie zum Beispiel heute einen Bausparvertrag abschließen und dann in beispielsweise fünf Jahren die eigentliche Immobilienfinanzierung angehen können. An sich eignet sich das Bauspardarlehen unter diesen Voraussetzungen aber sehr gut zur Ergänzung des Annuitätendarlehens oder auch eines anderen Immobilienkredites der Bank. Somit kann eine Immobilienfinanzierung in der Summe häufig durch das Bauspardarlehen optimiert werden.

Falls Sie sich dafür entscheiden sollten, in eine spätere Immobilienfinanzierung auch ein Bauspardarlehen einfließen zu lassen, sollten Sie jetzt bereits an den Abschluss eines Bausparvertrages denken. Hierzu stehen Ihnen unsere kostenlosen Vergleichsmöglichkeiten zur Verfügung, mit der Sie unter anderem auch den passenden Bausparvertrag finden können.

Dr. Klein 728x90 Motiv B

© 2018 www.kredite-top.de