Kredite

Neben dem Annuitätendarlehen gibt es noch mehrere andere Baukredite, die ebenfalls in eine Immobilienfinanzierung eingebunden werden können. Eine Alternative, die in der Praxis heutzutage aber deutlich weniger häufig als das Annuitätendarlehen genutzt wird, ist das sogenannte Tilgungsdarlehen. Es handelt sich dabei um einen speziellen Immobilienkredit, der nicht mehr von allen Banken angeboten wird.

 

Eigenschaften und Merkmale des Tilgungsdarlehens

Um zu verstehen, worin die Haupteigenschaften eines Tilgungsdarlehens bestehen, ist ein direkter Vergleich mit dem Annuitätendarlehen sicherlich sinnvoll. Beim Annuitätendarlehen ist bekanntlich so, dass die monatliche Darlehensrate einerseits aus den Zinsen und andererseits aus der Tilgung besteht. Kennzeichnend ist vor allem, dass der Zinsanteil im Laufe der Jahre immer geringer wird, während der Anteil der Tilgung stetig steigt. Beim Tilgungsdarlehen ist dies hingegen nicht der Fall, was auch der wesentliche Unterschied zum Annuitätendarlehen ist.

Zwar besteht auch beim Tilgungsdarlehen die monatliche Rate einerseits aus der Tilgung und andererseits aus den Zinsen, jedoch bleibt die Höhe der Tilgung stets identisch. Daraus resultiert natürlich zwangsläufig, dass die Ratenhöhe im Laufe der Jahre immer geringer wird. Denn auch beim Tilgungsdarlehen findet eine Tilgungsverrechnung statt, sodass der Kunde im Laufe der Jahre zwar immer den gleichen Tilgungsanteil steigen zahlt, aber der Zinsanteil geringer wird. Wer sich also beispielsweise für ein Tilgungsdarlehen mit einer Tilgungsrate von fünf Prozent entscheidet, der wird den Immobilienkredit definitiv innerhalb eines Zeitraums von 20 Jahren abbezahlt haben. Aufgrund der sinkenden Zinsen wird die Darlehensrate dann im Laufe der Zeit immer geringer werden, sodass eine finanzielle Entlastung eintritt.

 

Aus welchen Komponenten besteht das Tilgungsdarlehen?

Das Tilgungsdarlehen besteht aus ähnlichen Komponenten, wie es auch beim Annuitätendarlehen der Fall ist. Es handelt sich dabei um:

  • Kreditsumme
  • Höhe der Tilgung
  • Zinssatz
  • Kreditrate

Ein weiterer Unterschied zum Annuitätendarlehen besteht beim Tilgungsdarlehen darin, dass normalerweise keine Sondertilgungen zulässig sind. Es gibt allerdings bei den meisten Banken durchaus Verhandlungsspielraum, jedoch muss dies jeweils im Einzelfall besprochen werden.

 

Beispielrechnung für ein Tilgungsdarlehen

Da die Konstruktion Tilgungsdarlehen sicherlich für viele Verbraucher unbekannt ist, macht es Sinn, die Funktionsweise einmal an einem Praxisbeispiel zu verdeutlichen. Angenommen, es wird eine Darlehenssumme von 100.000 Euro benötigt. In diesem Fall vereinbart der Kunde mit seiner Bank zum Beispiel eine Tilgung von vier Prozent. Dies bedeutet, dass die Tilgung jährlich 4.000 Euro ausmacht und das Darlehen in 25 Jahren vollständig getilgt ist. Der Zinssatz beträgt 2,5 Prozent, sodass anfänglich eine Jahresbelastung von 2.500 Euro anfällt. Diese reduziert sich allerdings in regelmäßigen Abständen, sodass die Ratenbelastung im Laufe der Jahre ebenfalls sinkt. Musste der Kunde also beispielsweise im ersten Jahr insgesamt 6.500 Euro zahlen, was einer monatlichen Kreditrate von rund 540 Euro entspricht, so beträgt die Darlehensrate vielleicht nach zehn Jahren nur noch 490 Euro.

 

Für wen sind Tilgungsdarlehen geeignet?

Die wesentliche Eigenschaft besteht beim Tilgungsdarlehen darin, dass sich der Höhe der Tilgung nicht verändert und die Rate im Laufe der Zeit geringer wird. Demzufolge ist diese Form des Immobilienkredites insbesondere für Kunden geeignet, die eine hohe Kalkulationssicherheit haben möchten. Bei Abschluss des Kredites steht nämlich bereits fest, wann die vorstehende Tilgung erfolgt sein wird. Zum anderen ist der Kredit auch für Kreditnehmer geeignet, die mit fortschreitendem Alter eine geringere finanzielle Belastung wünschen, wie es zum Beispiel im Hinblick auf das Rentenalter der Fall sein kann.

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