Kredite

Immer mehr Verbraucher in Deutschland nutzen die Möglichkeit, zahlreiche Konsumgüter wie Computer, Elektrogeräte oder auch Möbel über den Händler zu finanzieren. Was aber häufig außer Acht gelassen wird, ist die Tatsache, dass es sich natürlich bei einer solchen Händlerfinanzierung um nichts anderes als um einen Kredit handelt. Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass fast zwei Drittel aller finanzierten Konsumausgaben ohne die Möglichkeit eines solchen Kredites gar nicht erst durchgeführt worden wären.

 

Fallstricke in der Praxis nicht selten

Auch wenn die Angebote von Händlern beispielsweise als Null-Prozent-Finanzierung häufig sehr verlockend klingen, so ist in der Praxis dennoch nicht selten, dass die Finanzierungsangebote Fallstricke beinhalten. Diese können sogar nicht unerhebliche Kosten verursachen. Ein Beispiel sind Zusatzvereinbarungen oder Versicherungen, die in Kombination mit der Finanzierung abgeschlossen werden sollen. Daher sollten Verbraucher auf einige Punkte achten, bevor sie eine Händlerfinanzierung in Angriff nehmen.

Dazu gehört zunächst einmal, dass man sich darüber im Klaren ist, welche Anschaffungen getätigt werden sollen und wie hoch der maximale Preis ist, den das jeweilige Konsumgut kosten darf. In dem Zusammenhang sollte auch darauf geachtet werden, ob die Finanzierung wirklich notwendig ist oder man die jeweilige Ausgabe nicht auch aus den eigenen Mitteln bezahlen kann. Zudem ist es wichtig, ganz unabhängig von der Finanzierung einen Preisvergleich durchzuführen. Denn selbst unter der Voraussetzung, dass der Händler eine Null-Prozent-Finanzierung anbietet, heißt dies noch lange nicht, dass das entsprechende Konsumgut einen günstigen Preis hat.

 

Händler kooperieren mit Banken

Unabhängig vom konkreten Angebot des Händlers und von der Art der Ratenzahlung handelt es sich auch bei der Händlerfinanzierung immer um einen Kredit, da die Händler mit Banken kooperieren. Somit wird der Kunde, der ein Konsumgut erwirbt und über den Händler finanziert, automatisch zum Vertragspartner eines Kreditinstitutes. Dies beinhaltet sämtliche übliche Pflichten, die mit einem Kredit zusammenhängen, wie zum Beispiel der pünktlichen Zahlung der Raten. Nicht wenige Händler versuchen den Kunden indirekt unter Druck zu setzen, indem sie beispielsweise bestimmte Konsumgüter nur an einem Tag mit speziellen Sonder-(kredit-)Konditionen anbieten.

Auf diese Masche sollten Sie keinesfalls eingehen, denn dann könnte es sein, dass im Angebot ein Fallstrick enthalten ist. Lassen Sie sich also mit der Finanzierung und dem Kauf des Konsumgutes nicht zeitlich unter Druck setzen. Zumal es sehr wahrscheinlich ist, dass sich derartige Sonderkonditionen in der Zukunft wiederholen werden. Ferner ist es wichtig, auf etwaige Zusatzverträge zu achten, die Sie im Zuge der Händlerfinanzierung abschließen sollen. Dazu können beispielsweise Restschuldversicherungen oder auch Garantieverträge gezählt werden. Diese Zusatzangebote sind häufig nicht nur relativ teuer, sondern oftmals schlichtweg überflüssig.

 

Kauf auf Raten beim Händler: Nutzen Sie eine Checkliste!

Den vorherigen Ausführungen ist zu entnehmen, dass es durchaus einige Punkte sind, auf die Sie vor dem Kauf auf Raten beim Händler achten sollten. Insofern ist es sehr sinnvoll, eine Checkliste zu nutzen, damit Sie auf möglichst alle wichtigen Aspekte in dem Zusammenhang achten. Sie können sich beispielsweise vor der Unterschrift unter den Kaufvertrag und die Finanzierungsvereinbarung an den folgenden Punkten unserer Checkliste orientieren:

  • Kann ich mir die Kreditrate leisten?
  • Wie viele Finanzierungen führe ich bereits durch?
  • Nicht zu einem besonders teuren Produkt überreden lassen.
  • Zeitlich keinesfalls mit vermeintlichen Sonderkonditionen unter Druck setzen lassen.
  • Verträge und Vereinbarungen erst dann unterschreiben, wenn sie vollständig verstanden sind.
  • Alle Teile der Vereinbarung genau durchlesen.
  • Optimal: Unterlagen mit nach Hause nehmen und in Ruhe durchlesen.
  • Keine zusätzlichen Verträge, die eigentlich nicht gewollt sind, unterschreiben, wie zum Beispiel Versicherungen oder Garantieverträge.
  • Null-Prozent-Finanzierung: Gibt es zusätzlichen Kosten?
  • Werden Zusatzverträge angeboten: Begründung vom Händler einfordern.

© 2018 www.kredite-top.de