Kredite - Beratung und Vergleich

Die SCHUFA Holding AG gehört zu einer der größten Wirtschaftsauskunftsdateien in Deutschland. Sie ermöglicht ihren Mitgliedern, Informationen zur Bonität ihrer deutschen Geschäftspartner und Kunden zu erhalten. Diese Leistung wird unter anderem von Händlern, Kreditanstalten, Vermietern und Maklern genutzt. Der Begriff Bonität stammt aus dem Lateinischen und bedeutet nicht etwa Zahlungsfähigkeit, sondern Zahlungswilligkeit. Frei übersetzt: Bonität bezeichnet die finanzielle Zuverlässigkeit einer Person oder eines Unternehmens und sagt nichts über die Höhe der Einkünfte oder des Vermögens aus. Genutzt wird die Datenabfrage vorbeugend von Unternehmen und Personen mit berechtigtem Interesse, um künftige finanzielle Schäden abzuwenden.

Was bedeutet der Score-Wert?

Die Schufa sammelt über nahezu jeden Bürger des Landes Daten aus Finanzgeschäften und errechnet daraus den sogenannten Score-Wert, der sich zwischen 1 und 1.000 Punkten bewegt. Jeder Kredit und jedes Ratenzahlungsgeschäft sowie jede versäumte oder verspätete Zahlung senkt diesen Wert. Fällt der Score zu niedrig aus, so ist er für Unternehmer ein Indiz (aber kein Beweis), dass die Bonität des künftigen Kunden für einen Geschäftsabschluss nicht vertrauenswürdig genug sein könnte. Vermieter nutzen Schufa-Auskünfte gern, um Mietschuldner von vornherein auszusieben und vertrauen dem Score-Wert derart, dass es in Großstädten mit Wohnungsmangel regelmäßig zu ungerechtfertigten Ablehnungen von Interessenten aufgrund vermeintlich schlechter Zahlungsmoral kommt.

Wie funktioniert die Datenerhebung?

Bei Datenübermittlungen jeglicher Art tritt das Bundesdatenschutzgesetz in Kraft. Kundendaten dürfen nur dann an die Schufa übermittelt werden, wenn der Kunde der Übermittlung zugestimmt hat. Nachzulesen in der sogenannten Schufa-Klausel (BGH-Urteil vom 19.09.1985, siehe BGHZ 95, S. 362 ff). Allerdings werden auch bei jeder Konto-Eröffnung und jeder Kreditanfrage personenbezogene Daten erhoben und an die Schufa weitergeleitet.

Im Prinzip bedeutet diese Klausel, dass Schufa-Auskünfte nicht als Druckmittel für säumige Kunden genutzt werden darf und nicht wahllos jede zahlungsunwillige Person der Schufa gemeldet werden kann. War zu Zeiten der Handschlaggeschäfte die Bonität durch Ehrenwort gewährleistet, zählt inzwischen für viele Geschäftspartner nur noch der schriftliche Nachweis, wobei die Bonität theoretisch ohne Wissen des Kunden abgefragt werden kann. Mitglieder der Creditreform.de können jedoch immer ein berechtigtes Interesse nachweisen, um die Kreditwürdigkeit eines potentiellen Kunden anhand der Schufa-Daten zu überprüfen.

Welche Daten werden wann erhoben?

Die Rechtmäßigkeit der Datenübermittlung wird durch § 28a BDSG geregelt. Personenbezogene Daten dürfen demnach nur herausgegeben werden, wenn zum Beispiel eine Forderung durch ein Urteil festgestellt wurde und ein Vollstreckungstitel vorliegt. Wenn der Schuldner die Forderung schriftlich anerkannt hat, indem er nach Fälligkeit mindestens zweimal rechtskräftig gemahnt wurde und der Betroffene nicht widersprochen hat, wird eine Zustimmung zur Datenübermittlung als rechtens vorausgesetzt.

Durch eine Wirtschaftsauskunftsdatei werden nicht nur Daten aus der Schufa-Klausel gespeichert und aufbereitet, sondern auch Informationen aus amtlichen Bekanntmachungen und öffentlichen Verzeichnissen wie zum Beispiel Insolvenzanträge und gerichtliche Schuldnerverzeichnisse. Hierzu gehören auch Vermögensauskünfte (früher eidesstattliche Versicherungen). Ebenso hat die Schufa das Recht, die persönlichen Daten zu Pfändungsschutzkonten zu speichern.

Dennoch: Eine Negativ-Meldung an die Schufa ist nur dann rechtens, wenn dem Schuldner ein vertragswidriges Verhalten nachzuweisen ist. Zudem muss eine Abwägung der Interessen des Gläubigers an der Forderungs-Durchsetzung mit den Interessen des Schuldners bezüglich Datenschutz und Rechtssicherheit erfolgen. Dies führt in der Regel dazu, dass mit nachvollziehbaren Gründen bestrittene Zahlungsverpflichtungen an die Schufa nicht gemeldet werden dürfen.

Selbstauskunft auf Verlangen

Viele Firmen fordern bei sensiblen Geschäften von ihren Kunden eine Selbstauskunft, um eigene Nachweise und damit verbundene Kosten zu umgehen. Eine Selbstauskunft enthält mehr Daten, als das Unternehmen bei seiner kostenpflichtigen Abfrage von der Schufa erhält. Die Weitergabe ist somit rechtlich bedenklich. Kein Bürger ist verpflichtet, eine für ihn kostenfreie Selbstauskunft vorzulegen. Allerdings führt eine Verweigerung nicht selten dazu, dass zum Beispiel ein Kauf- oder Mietvertrag nicht zustande kommt, weil manche Unternehmen gern „auf Nummer Sicher“ gehen.

Folgende Daten werden zum Zweck der Überprüfung der Bonität gespeichert:

  • Kontaktdaten (Name, Geburtsname, Geburtsort, aktuelle Anschrift sowie frühere Anschriften, die das sogenannte Umzugsverhalten dokumentieren)
  • Art, Gegenstand und Zahlungsbedingungen (Bankkonten, Kredite mit Höhe und Laufzeit, Kundenkonten, Versandhandelsdaten)
  • Abweichungen beim Zahlungsverhalten (verspätete Raten oder Unterbrechungen, Privatinsolvenz, Verbraucherinsolvenz, Kreditkartenmissbrauch etc.)

Die Anfragen beziehungsweise Abfragen zu sogenannten Negativ-Einträgen erfolgen branchenübergreifend. Von der Auskunft ausgenommen sind Angaben zu den Einkommensverhältnissen und dem Kontostand des Schuldners. Diese Daten dürfen auch nicht gespeichert werden. Vorab-Anfragen zur vermeintlichen Bonität künftiger Kunden und Geschäftspartner sind bei „berechtigtem Interesse“ jederzeit möglich. Ein berechtigtes Interesse liegt dann vor, wenn das Vermögensrecht des Interessenten glaubhaft beeinträchtigt werden kann.

Gebräuchliche Schufa-Kürzel zur Speicherung ausgewählter Merkmale:

  • CC - Kreditkarte
  • CA - Kreditkarte in Abwicklung
  • GI - Girokonto
  • IA - Insolvenzantrag
  • TK - Telekommunikationskonto
  • SU - Suchauftrag
  • WS - Widerspruch

Diese veralteten Kürzel wurden durch andere interne Merkmale ersetzt:

  • EV - Eidesstattliche Versicherung
  • GK - Kündigung Girokonto
  • LP - Lohnpfändung
  • SM - Scheckkartenmissbrauch
  • VB - Vollstreckungsbescheid
  • ZW - Zwangsvollstreckung
  • HB - Haftbefehl
  • SW - Widerspruch

Wer erhält welche Auskünfte?

Geschäftspartner der Schufa werden in drei Kategorien eingeteilt:

  • A-Vertragspartner
    Kreditinstitute/Banken, Kreditkartenunternehmen und Leasinggesellschaften. Diese Unternehmen erhalten alle gespeicherten Merkmale positiver oder negativer Art.

  • B-Vertragspartner
    Versandhandel, Telekommunikationsunternehmen, E- Handel und sonstige Handelsunternehmen sowie Versicherungen und Maklerbüros. Diese Unternehmen erhalten nur die Negativmerkmale, um ihre Kunden in „Risiko-Kategorien“ einteilen zu können.

  • F-Vertragspartner
    Inkassounternehmen und Wirtschaftsauskunftsgesellschaften wie Creditreform. Diese Unternehmen erhalten zusätzlich die Adressdaten, wenn die zu überprüfende Person jemals der Informationsweitergabe im Rahmen einer unterzeichneten Schufa-Klausel eingewilligt hat.

Selbstauskunft und Datenlöschung

Die Löschung der personenbezogenen Daten erfolgt automatisch drei Jahre nach Erledigung der Forderung oder auf Antrag des Schuldners. Bei kleinen Beträgen bis 2.000 € erfolgt die Löschung umgehend, sofern die Forderung innerhalb von 6 Wochen beglichen wurde. Auch bei minderjährigen Verbrauchern wird die Löschung sofort nach Rückzahlung der geschuldeten Summe veranlasst. Damit ist die Bonität auf dem Papier wiederhergestellt. Voraussetzung: Die Schufa erfährt davon.

Jeder Mensch hat zudem das Recht auf Auskunft über die abgespeicherten personenbezogenen Daten der eigenen Person und kann bei Bedarf Löschungen oder Korrekturen beantragen, um den Score-Wert zu steigern. Nach § 34 BDSG ist diese Auskunft einmal pro Jahr kostenfrei. Bei kostenpflichtiger Anmeldung können Verbraucher veranlassen, dass sie über Änderungen und Speicherungen zu ihrer Person per Newsletter informiert werden. Somit kann jeder Bürger zeitnah reagieren, wenn ein wichtiger Geschäftsabschluss ansteht und abzusehen ist, dass sich das Unternehmen per Schufa-Abfrage nach der Bonität seines Geschäftspartners erkundigen möchte.

Anschrift:
SCHUFA Holding AG
Kormoranweg 5
65201 Wiesbaden
Verbraucher-Service-Telefon: 0611 - 92780

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