Kredite

Nahezu alle Banken teilen ihren Kunden in zwei große Gruppen ein, nämlich einerseits in Privat- und zum anderen in Geschäftskunden. Diese Einteilung erstreckt sich auch auf den Finanzierungsbereich, sodass es neben den allgemeinen Krediten spezielle Darlehen gibt, die entweder nur für private oder geschäftliche Kunden geeignet sind. Eindeutig zu den Krediten, die nur für Geschäftskunden gedacht sind, gehört unter anderem das Existenzgründungsdarlehen.

 

Eigenschaften und Merkmale des Existenzgründungsdarlehens

Für welchen Verwendungszweck ein Existenzgründungsdarlehen gedacht ist, ergibt sich ins Prinzip bereits aus der Bezeichnung. Demzufolge werden derartige Kredite an Freiberufler, Selbstständige und Unternehmen vergeben, die sich in der Gründungsphase befinden. Allerdings werden oftmals auch noch solche Darlehen als Existenzgründungskredite bezeichnet, die Kreditnehmer erhalten, die bereits ein oder zwei Jahre am Markt tätig sind. Manche Banken bezeichnen nämlich die ersten 2-3 Jahre einer jeden neuen Geschäftstätigkeit noch als Gründung. In den meisten Fällen ist es jedoch so, dass das Existenzgründungsdarlehen tatsächlich an Kunden vergeben wird, die gerade ein Unternehmen gegründet haben oder sich kurz vor der Gründung befinden. Von der Kreditart her handelt sich beim Existenzgründungsdarlehen um einen Ratenkredit, der demzufolge über einen bestimmten Zeitraum in monatlichen Raten zurückgezahlt werden muss.

 

Wichtige Unterlagen zu Kreditgenehmigung

Banken sind grundsätzlich dazu verpflichtet, vor der Vergabe eines Kredites genau zu prüfen, ob Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit vorhanden sind. Da der Kreditnehmer bei Existenzgründung nicht immer eine natürliche Person ist, sind mitunter auch recht spezielle Unterlagen vorzulegen. Anhand der Daten, Zahlen und Fakten versucht das Kreditinstitut dann zu beurteilen, wie gut die Kreditwürdigkeit des Antragstellers ist. Je nachdem, ob es sich beim Kunden um einen Freiberufler, einen Selbstständigen oder beispielsweise um den Inhaber eines Unternehmens handelt, sind meistens die folgenden Unterlagen beizubringen:

  • Bilanz sowie Gewinn-und Verlustrechnung (falls bereits vorhanden)
  • Einnahmen- und Überschussrechnung
  • Businessplan
  • Vermögensaufstellung des Kunden
  • SCHUFA-Auskunft des Kreditnehmers bzw. Vertreters des Unternehmens
  • eventuell Gewinnkalkulation

 

Der Businessplan als Grundlage für die Kreditgenehmigung

In den meisten Fällen kann vor der Vergabe eines Existenzgründungsdarlehen noch nicht auf Bilanzen oder Gewinn- und Verlustrechnungen zurückgegriffen werden, da das Unternehmen sich noch in der Gründungsphase befindet. Umso wichtiger ist es, dass der Kunde zumindest einen Businessplan vorlegen kann. Aus diesem Plan sollten mindestens die folgenden Punkte hervorgehen:

  • detaillierte Beschreibung der geplanten Geschäftstätigkeit
  • Kalkulation von Kosten und Erlösen (Einnahmen und Ausgaben)
  • Marktposition des Unternehmens als Zielsetzung
  • geplante Maßnahmen (Marketing etc.)

Es gibt nicht wenige Kreditnehmer, die bei der Beantragung eines Existenzgründungsdarlehen an einem nicht überzeugenden Businessplan gescheitert sind. Daher ist es ein durchaus sinnvoller Tipp, dass Sie den erstellten Businessplan zunächst einmal von einer unabhängigen Organisation prüfen lassen. Oftmals nimmt dies beispielsweise die IHK kostenlos vor, sodass eine Beratung hier sicherlich sinnvoll ist.

 

Ergänzende Finanzierungen zum Existenzgründungsdarlehen

Das Existenzgründungsdarlehen der Kreditinstitute ist nicht die einzige Finanzierungsmöglichkeit, die Gründer in Deutschland haben. Unter anderem bietet auch die KfW-Bank verschiedene Förderprogramme an, die im Zuge der Existenzgründung in Anspruch genommen werden können. Darüber hinaus gibt es in Deutschland zahlreiche Kommunen und Gemeinden, die Gründungen ebenfalls finanziell oder durch sehr gute Konditionen bei der Finanzierung fördern. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn durch die Gründung des Unternehmens neuer Arbeitsplätze geschaffen werden. Daher sollten Sie sich auf jeden Fall erkundigen, welche Fördermöglichkeiten es gibt und welche Art von Finanzierung neben dem Existenzgründungsdarlehen der Bank noch infrage kommen kann.

Falls Sie sich in Kürze selbstständig machen möchten, ein Unternehmen gründen oder als Freiberufler tätig sein wollen, kommt sicherlich auch ein Existenzgründungsdarlehen infrage. Bevor Sie sich für einen Kreditgeber entscheiden, sollten Sie jedoch die Möglichkeit nutzen, mit unserem Kreditvergleich die besten Angebote zu finden. Kostenlos und unverbindlich haben Sie so die Gelegenheit, zahlreiche Angebote zu erfassen und in kurzer Zeit miteinander vergleichen zu lassen.

 

Fördermittel (Förderung) für Existenzgründer

Falls Sie Gründer sind und nach einer Finanzierung suchen, sollten Sie neben den Existenzgründungsdarlehen der verschiedenen Banken definitiv auch die Förderprogramme der KfW-Bank in Erwägung ziehen. Derzeit bietet die KfW drei spezielle Förderprogramme an, die ausschließlich für Gründer gedacht sind. Es handelt sich dabei um die folgenden Programme:

  • Programm 058: ERP-Kapital für Gründung
  • Programm 067: ERP-Gründerkredit - StartGeld
  • Programm 073: ERP-Gründerkredit - Universell

 

ERP-Kapital für Gründung

Bei diesem speziellen Programm ist es möglich, einen Kredit von bis zu 500.000 Euro zu erhalten. Der Sollzins beträgt hier extrem günstigen 0,40 Prozent (Stand 6. März 2015) und ist unabhängig von Sicherheiten oder der Risikobeurteilung. Geeignet ist dieser günstige Kredit für Existenzgründer im Haupterwerb. Es gibt einen leichten Zugang zum Darlehen und aufgrund der 100-prozentigen Haftungsfreistellung Ihrer Bank ist dieses Darlehen eine ganz besonders gute Grundlage für eventuell weitere Finanzierungen. Eine Voraussetzung besteht darin, das mindestens zehn Prozent an Eigenkapital vorhanden sind.

ERP-Gründerkredit - StartGeld

Bei diesem Förderprogramm handelt es sich um ein Darlehen, welches als Komplettlösung für Beträge von bis zu 100.000 Euro vergeben wird. Zu erhalten ist der Kredit ab einem effektiven Jahreszins von derzeit 2,07 Prozent. Ein Unterschied zum zuvor genannten Darlehen ist die Tatsache, dass kein Eigenkapitalanteil notwendig ist. Darüber hinaus gibt es auch hier eine hohe Haftungsfreistellung der eigenen Bank, die bei 80 Prozent liegt. Besonders geeignet ist dieser Förderkredit für Selbstständige, die zunächst vorläufig im Nebenerwerb tätig sind.

ERP-Gründerkredit - Universell

Der ERP-Gründerkredit - Universell ist vor allem für Gründer, Freiberufler und junge Unternehmen geeignet. Es kann mit diesem Darlehen nahezu jedes Vorhaben in vollem Umfang finanziert werden, unter anderem auch in Ausland. Ab einem effektiven Jahreszins von 1,26 Prozent ist der Kredit erhältlich. Er ist flexibel kombinierbar mit eventuell in Anspruch genommenen anderen Fördermitteln.

 

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